Kundeninfo Oktober 2009
„Kein Zugang mehr zur Facebook-Seite“, so lautete eine kleine Meldung kürzlich in einer Schweizer Tageszeitung. Die Stadt Zürich musste den Zugang auf dieses Internet-Portal für ihre Angestellten sperren. Zuvor hatte man versucht, die Sache durch einen „Freiwilligen Aufruf“ in den Griff zu kriegen, man wollte die Zahl der Zugriffe auf „maximal 500'000 pro Monat“ senken. Es blieb aber im Monat Juli bei 1.75 Millionen Kontakten. Eigentlich ein handfester Skandal. Die Polizei konnte ihre Ermittlungen nicht mehr durchführen, weil das Internet durch private Surfereien der städtischen Angestellten blockiert war. Diebstahl am Arbeitgeber könnte man das auch nennen. Und eine Reaktion der Verantwortlichen erwarten. Oder Massnahmen von Seiten der Politik. Nichts dergleichen geschah. Dabei ist solches nicht nur in der Stadt Zürich an der Tagesordnung. Aber diese Leute haben heute nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen, wenn sie für ihr Salär keine Gegenleistung erbringen. Wie sollten sie auch, es passiert ja nichts, der oder die Andere tut es ja auch.
Ein langjähriger Kunde, renommierter Landgasthof im Bernbiet, schreibt mir : „Bei uns geht alles seinen ungewohnten Trott. Die neue Zeit ist manchmal so mühsam, ich fühle mich oft wie im Alleingang und unsicher. Auf die meisten alten Netze kann man sich nicht mehr verlassen.“
Bei einem kürzlichen Besuch hat er mir ein paar Episoden geschildert. Da reservieren Leute ihren Tisch und erscheinen nicht, wenns gut geht kommt die Absage gerade noch zum Zeitpunkt, wo das Essen stattfinden sollte. Bei Familienanlässen wie Taufen oder Hochzeiten, ja sogar bei Traueressen müsse er auf Barzahlung bestehen, er habe so schlechte Erfahrungen gemacht. Die Geschichten mit dem Personal wolle er mir nicht auch noch zumuten. Früher habe er eine Warteliste gehabt mit Aushilfen, die bei ihm jederzeit und mit Freude erschienen. Heute heisse es: „Nein, am Sonntag geht nicht. Nein, abends kann ich nicht. Nein, ich will keinen Frühdienst.“ Ein kleiner, harter Kern ziehe den Karren. Wie lange noch will er sich mit Behörden, Vorschriften, Ueberstunden herumschlagen?
Am Schluss stand ein Satz, der mich dennoch aufstellte: „Du bist noch so ein alter Anker in der Brandung“ schrieb er mir. Das hat mir richtig gut getan. Lieber H., Du bist das auch für mich, stellvertretend für viele unserer Kunden.
Herzlichst bis zum nächsten Mal
Ihr Hubi Oetterli & Team


