Kundeninfo vom Februar 2008
Liebe Geschäftsfreunde
Finanzminister auf der ganzen Welt haben etwas gemeinsam. Sie wollen nur das Beste vom Steuerzahler, und das ist dummerweise Geld. Nur darf das keiner sagen, das ist schlecht fürs Geschäft. Also sagt der Hans Rudolf Merz: wir möchten die Mehrwertsteuer vereinfachen. Statt drei Sätze (2.4 % Lebensmittel, 3.6 % Beherbergung, 7.6 % übrige) nur noch einen Einheitssatz. Nimmt man den Durchschnitt dieser Sätze, so kommt man auf 4.5, lässt man die Beherbergung weg so sind es 5.0 %. Aber Vorsicht! So einfach ist diese Rechnung natürlich nicht.
Ja wie müsste man dann den Einheitssatz berechnen? Man müsste die Einnahmen kennen: 2.4 % brachte soviele Mio. Franken, 3.6 % soviele und 7.6 % soviele. Dann müsste man diesen Betrag, den Herr Merz interessanterweise nie nennt, teilen und man käme dann auf einen Prozentsatz von ca. 5 %. Und wie lautet der Vorschlag des Bundesrates? 6.1 % müssen es sein, eine ganz runde Zahl also!
Natürlich hat das mit Vereinfachung überhaupt nichts zu tun. Alle, die Mehrwertsteuern abrechnen müssen, beklagen sich über die Bürokratie und Willkür im Vollzug, eine Mwst.-Revision ist ein Worst Case Szenario für jeden KMUler. Das weiss auch unser Bundesrat, aber eigentlich geht es nicht darum, nein, man möchte schlicht und einfach Mehreinnahmen generieren, und wenn dann kein Argument mehr dazu einfällt so kann man immer noch sagen: die EU-Länder haben noch höhere Steuersätze.
Das ist doch ein schöner Trost, finden Sie nicht auch? Oder sind wir nicht ganz „bei Trost“?
Herzlichst bis zum nächsten Mal Ihr Hubi Oetterli


