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Kundeninfo vom Juni 2004

Liebe Geschäftsfreunde

Ein paar Stichworte schreibe ich mir jeweils in die Agenda, und wenn dann das Monatsende naht, so hat sich jedes Mal genügend Stoff angesammelt, um ein paar Gedanken auf der ersten Seite unseres Kundeninfos zu formulieren. Dinge, die mich bewegen, mir zu denken geben, seien das grosse oder kleine Begebenheiten. Als die letzte Nummer gedruckt war, da habe ich mich gefragt, ob mein „Statement zu den Grenzen des Wachstums“ wohl bei allen richtig verstanden wird, oder ob es vielleicht kritische Reaktionen geben würde. Und auch dieses Mal, so scheint es, lag ich mit meinen Auffassungen nicht daneben, es gab erstaunlich viele Leute, die mir ihre Zustimmung bekundeten. Nun ist es vielleicht so, dass sich niemand dafür hält, mir seine andere Meinung mitzuteilen? Das wäre schade, denn wer austeilt muss auch einstecken können. Wenn Sie also meine Ansichten nicht teilen, so dürfen Sie mir das ganz offen kund tun. Wobei ich feststellen darf, dass der Grossteil unserer Leserinnen und Leser ähnlich denkt und das bedeutet für mich echte Motivation.

Und heute, was soll ich da kommentieren? Vielleicht erzähle ich Ihnen kurz die Geschichte mit dem Zaun, den wir für die Umrandung von Abfallcontainern bei einem Zaunfabrikanten in Auftrag gaben. Wir äusserten den Wunsch, die Abstände von Sprosse zu Sprosse möglichst klein zu halten, damit das Abfallgut dahinter nicht gut sichtbar bleibt. Und wissen Sie, was die Antwort war? Das geht nicht, der Kanton Solothurn hat ein Gesetz, das schreibt bei diesem Zaun, der an öffentlichen Grund grenzt, einen Abstand von 1,5 cm zwischen jeder Sprosse vor. Er musste mir das noch einmal ganz langsam wiederholen, bis ich verstanden hatte. Das sind die gleichen Leute die es täglich predigen: Liberalisierung, EU-Beitritt, Globalisierung, KMU-Betriebe von Vorschriften entlasten und weitere Phrasen, die da regelmässig gedroschen werden. In der Praxis sieht es aber ganz anders aus. Da kommen schikanöse Gesetze aus dem Mittelalter zur Anwendung, und keiner tut etwas dagegen. Die kantonale Zaunsprossenabstandsvorschrift ist im Kanton Solothurn Realität im Jahre 2004 n.C.

Und noch etwas ist mir ins Auge gestochen. Die kantonalen Finanzdirektoren feierten am Abend des 23. Mai ihren Sieg, das Steuerpaket wurde abgelehnt, es gibt keine Subventions-kürzungen von Bundesseite. Gefeiert wurde mit einem opulenten Buffet, bezahlt hat es der Kanton Bern, also die Bernischen Steuerzahler, die zu den am meisten gebeutelten in diesem Land zählen.

Ins gleiche Kapitel gehört die Story von Frau Alt-Bundesrätin Metzler, die sich nebst ihrem Ruhegehalt von über 200'000.- pro Jahr noch neue Sommerpneus auf ihren SUV (das Fahrzeug wurde ihr als Abgangsgeschenk überlassen) zu Lasten Bundeskasse montieren lässt.

Dass sich diese Leute nicht schämen erstaunt den Kleinunternehmer & Einzelkämpfer

Hubi Oetterli

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