Kundeninfo vom April 2003
Liebe Geschäftsfreunde
"Bring doch wieder einmal etwas Positives auf der ersten Seite" hat mich meine Frau kürzlich aufgefordert. Und kurz darauf trat das Mail von Hans Rudolf Auer aus Kolumbien bei uns ein, den regelmässigen Leser/Innen unseres Infos muss ich sein Projekt DEZALE nicht mehr näher vorstellen, ein sortenreiner "Grand Cru"-Kaffee in IP-Qualität, von Kleinbauern produziert und zu einem fairen Preis gehandelt. Hier ein paar Auszüge aus seinem Bericht:
"Ihre Projekteinschätzung motiviert mich riesig. Es kann nichts mehr schief gehen. Ich sorge für erstklassige Ware und Sie für guten Absatz. Gemeinsam können wir unseren Kaffeebauern einen fairen Preis für ihre gute Arbeit bezahlen. Heute läuft die Cap Domingo vom Hafen Buenaventura aus, um am 21.3. in Rotterdam anzukommen. Mein Container könnte zwar 20 Tonnen Kaffee aufnehmen, doch geben wir uns mit 2'835 kg netto zufrieden. Es ist eben ein Speciality-Coffee, welcher frisch nach Europa gelangen muss. Diesmal fehlt der Kaffee der Cooperativa INZA. Sie haben ein Transportproblem. Die Guerilla "FARC" macht den Farmern das Leben schwer. Auf dem Weg von Inza nach Popayan hat sie im November zwei Mal Lastwagen der Cooperativa überfallen. Mit einer Lösegeldzahlung musste die Cooperativa ihre Fracht zurückkaufen. Deshalb haben es nicht alle Bauern, die am Projekt beteiligt sind, gewagt, ihren Kaffee nach Popayan zu schicken. Die "risikofreudigeren" durfte ich mit einer grösseren Abnahmemenge belohnen."
Jetzt habe ich doch von Positivem berichten wollen...es ist aber auch deprimierend. Einerseits der grosse Einsatz dieser Kleinbauern für eine hervorragende Qualität, ein selbstloser Hans Rudolf Auer der das Projekt betreut und den Leuten eine Perspektive gibt, und dann werden sie von den eigenen Landsleuten um den Lohn ihrer Arbeit betrogen. Sie geben aber nicht auf, versuchen es erneut. Sind das nicht echte Vorbilder? Gerade in diesen Tagen der Kriegstollwut nur ein paar Flugstunden von uns entfernt ein Beispiel, dass einfach immer wieder gekämpft werden muss. Und dass wir immer noch im Paradies leben, wenn wir die Augen offen halten.
Hoffentlich herrschen beim Erscheinen des nächsten Infos etwas friedlichere Zeiten,
das wünscht Ihnen ganz herzlich
Ihr Hubi Oetterli


