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Kundeninfo vom Mai 2005

Liebe Geschäftsfreunde

Jetzt nur kein Polit Kommentar. Nicht über Solothurn und auch nicht über den Bund oder Räte im ruhenden Stand. Zurückhaltung ist angesagt für einen Kleinunternehmer. Wer fährt schon gern auf s’Stumpengleis? Oder Kritik gar an „Publikumsgesellschaften“? Fest seht: einer flog über das Kuckucks-Nestle. Freuen durfte man sich schon ob dieser genialen Versammlung, wo endlich einmal die Aktionäre zu verstehen gaben, wem das Unternehmen eigentlich gehört. Wenn Unterlegene sich im Wortschatz der untersten Schublade bedienen (Zitate dazu „das geht die Journalisten einen Sch. an“ von R.Z. oder „wir sind die Pissoirwand der Nation“ von R.E.G.) so zeugt das ja nicht unbedingt von objektiven und souveränen Reaktionen oder gar von Format. Und auch auf die Frage, ob man die Oberabzocker der Nation als Halunken betrachte, möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen.
Für mich lässt die Tatsache, dass Herr Brabeck den Posten des VR-Präsidenten wie auch des CEO
des grössten Nahrungsmittelkonzerns problemlos allein ausfüllen kann, den Schluss zu, dass es den
Herrn Rainer E. Gut eigentlich gar nie gebraucht hätte. Aber eben, ich bin nur ein kleiner Einzel-
kämpfer und verstehe von den grossen wirtschaftlichen Zusammenhängen wohl zu wenig.

Auf jeden Fall ist es erfreulich, wenn die Demokratie zum Tragen kommt. „Wir sind das Volk!“ Die Bürger der DDR riefen es auf der Strasse und es veränderte sich Fundamentales. Auch unter den Aktionären wird jetzt eine ähnliche Bewegung ins Rollen kommen und vielleicht erleben wir noch den Tag, an dem die Herren Millionen-Abräumer in die Realität zurückgeholt werden oder das Feld räumen müssen. Viel dazu beitragen können Journalisten, die ihre Verantwortung wahr nehmen und die Fakten und wunden Punkte in aller Klarheit aufzeigen.

Das bedingt auch unabhängige und mutige Chefredaktoren und Verleger. Dass dies auch bei so genannten liberalen Medien nicht selbstverständlich ist, wurde uns kürzlich von der NZZ am Sonntag vor Augen geführt. Man weigerte sich, einen offenen Brief von Crossair Gründer Moritz Sutter, gerichtet an Herrn Rainer E. Gut in Sachen Swissair und Swiss, zu publizieren. Hätte nicht die Sonntagszeitung diese Aufgabe übernommen, so wäre dieses Beispiel von Schweizer Traditionsfilz gar nie an die Oeffentlichkeit gedrungen.

Es gibt also noch viel zu tun. Sogar bei Non-Profit-Organisationen wie der Max Havelaar Stiftung. Hier stellte man Paola Ghillani, die erfolgreichste Geschäftsführerin, die man je hatte, willkürlich und kurzerhand auf die Strasse. Auch in diesem Fall könnte es noch zu einem Nachspiel kommen, wenn die eigentlichen Träger dieser Stiftung, die Lizenznehmer und Konsumenten, erwachen und ihre Rechte wahr nehmen. Die Zeit der Wende ist da. Davon überzeugt ist Ihr

Hubi Oetterli

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