Kundeninfo April 2010
Liebe Geschäftsfreunde
Bei persönlichen Kontakten in meinem Umfeld stelle ich fest, dass das Malaise, das in unserem Land gegenüber der Obrigkeit herrscht, eigentlich nur einen Grund hat. Es geht um Gerechtigkeit und Ungerechtigkeiten. Stichwort = Abzockerei ohne Ende: je höher die Verluste, desto mehr wird den Aktionären und den Steuerzahlern geklaut, und niemand kann oder will etwas dagegen tun. Tut dann endlich jemand etwas wie Thomas Minder mit der Abzockerinitiative, so sind eigentlich alle Politiker dafür, aber in der Tat arbeiten alle dagegen, es geht nicht mehr um die Sache, es geht um Interessen, um Parteipropaganda oder ums Prestige. Es kann ja nicht sein, dass ein unabhängiger Kleinunternehmer politischen Erfolg hat. Das ist nur ein Beispiel.
Wenn Raser fahrlässig Menschen töten oder wenn Schläger, Chaoten oder Messerstecher Leben gefährden, so gibt es, werden sie überhaupt gefasst, meist läppische, bedingte Gefängnis-strafen oder gar „bedingte“ Geldbussen, auch eine Erfindung eines „Warmduscher-Rechtsgelehrten“, oder haben Sie schon eine bedingte Parkbusse erhalten?
Niklaus Holenstein ist ein engagierter Gemeindepräsident mit Zivilcourage in Niederbüren. Er konnte jugendliche Täter des Vandalismus überführen und hat deren Namen in den Gemeinde-anzeiger gesetzt in der Hoffnung, dass dies bei Eltern und Schule die nötigen Konsequenzen zur Folge haben wird. Und was ist passiert? Es gab eine Strafklage. Gegen wen wohl? Der Ge-meindepräsident muss jetzt vor dem Richter antraben, weil er die Privatsphäre verletzt habe! Wie finden Sie das?
In Traunstein in Bayern hat ein Anlagebetrüger vier Rentner um ihr ganzes Vermögen gebracht. Diese haben ihn zu einem Urlaub in Oberbayern eingeladen, holten ihn am Bahnhof ab und sperrten ihn für vier Tage in einen Keller. Dann sollen sie wieder zu ihrem Geld gekommen sein und liessen ihn frei. Jetzt standen sie wegen Freiheitsberaubung vor dem Richter und der Initiant erhielt eine unbedingte Gefängnisstrafe von sechs (!) Jahren. Eine Strafe ist sicher in Ordnung, denn diese Art von Selbstjustiz geht nicht. Was aber ebenso nicht gehen darf ist, dass Betrüger von der Justiz nicht zur Rechenschaft gezogen werden, es passiert ihnen nichts. Von daher bleibt ein gewisses Verständnis für diese Tat. Aber wenn alle so handeln würden so wären plötzlich ganze Teppichetagen bei Banken und gewissen Grossunternehmen leer, es hätte zu wenig Kellerräume. Es liegt an Politik und Justiz, hier endlich zu handeln.
Mit den besten Frühlingswünschen
Ihr Hubi Oetterli


