Kundeninfo vom April 2004
Liebe Geschäftsfreunde
Die Schweiz muss wachsen! Alle sagen es täglich immer wieder. Die Politiker, die Managagger, die „Opinon-Leader“. Wachstum löst alle Probleme. Ein Tor, wer solches nicht nachplappert. Da sind zB. die hohen Magistraten. Jedes Ehepaar muss mindestens drei Kinder in die Welt setzen. Die konsumieren dann. Die brauchen Kindergärten, Schulhäuser, Lehrstellen. Die Probleme sind gelöst. Und wenn sie dann 18 Jahre alt sind, dann leasen sie alle ein Auto, das fördert den Konsum, bringt Wachstum und somit Arbeitsplätze. Und wenn sie heiraten, dann bauen sie sich ein Einfamilienhaus, Bauland wachst ja auch immer wieder nach, das bringt die Bauwirtschaft in Schwung, und wenn sie dann wieder mindestens drei Kinder haben, so geht es munter weiter..., mir kommt da das „Schneeballsystem“ in den Sinn, ein System das eigentlich verboten ist. Ist es wirklich so einfach? Heute schon basiert unsere Volkswirtschaft vorwiegend auf Schulden und Pump. Alle besitzen ist ein Grundrecht auf Konsum. Bezahlen kann man später. Wählen Sie jetzt ein neues Auto und leisten Sie die erste (Miet!)Rate in sechs Monaten, so wirbt ein Anbieter aus Italien. Oder: holen Sie jetzt die neue DVD-Anlage und bezahlen Sie 2005 die erste Rate fordert ein medialer Markt. Kann das noch lange so gut gehen?
Sind Sie auch ab und zu auf der Autobahn unterwegs? Machen Sie sich auch Gedanken, wenn sich diese Masse mehrspurig durch unser Land wälzt? Oft Stausituationen um Mitternacht. Und etwa 30 % der Fahrzeuge sind bezahlt. Bereits wohnen weit über sieben Mio. in unserem kleinen Land. Soviel sind wenigstens von der Statistik erfasst. Die Ressourcen sind beschränkt. Wir konsumieren auf Teufel komm raus. Liegt unser Heil tatsächlich im Wachstum der Bevölkerung? Es muss ein qualitatives Wachstum sein und kein quantitatives. Der Verschwendung ist Einhalt zu gebieten. Die Erfahrung hat mich gelehrt: nicht das billige, das Einwegprodukt, der schnelle Brüter, der Schockröster bringt die Lösung. Es sind die qualitativ hochwertigen Anlagen, die rentieren, die Wohlstand bringen und, um es im Zeitgeist auszudrücken, „nachhaltig“ sind. Bei uns stehen Produktionsanlagen in Betrieb, die mehrere Jahrzehnte alt sind. Sie wurden immer wieder modernisiert, mit neuer Technik bestückt, aber nie durch billige Nachfolgemodelle ersetzt. Sorge tragen, Maschinen und Geräte gut unterhalten. Das verschwendet keine Ressourcen, bringt eine positive Oeko- wie auch Rechnungsbilanz. Wir wurden oft belächelt über Spanbildner die über 50 Jahre alt sind, über eine Röstanlage die mit Erdgas auf 220° und nicht mit Heissluft auf 1’000° erhitzt wird und auf viele ähnliche Technologien. Viele von jenen, die mit uns Mitleid hatten, sind heute von der Bildfläche verschwunden.
Warum wir nicht vollautomatisch mit Schlauchbeutelmaschinen unseren Kaffee verpacken würden, werde ich immer wieder gefragt. Das würde doch besser rentieren. Bestimmt. Wir machen es trotzdem nicht. Füllen konfektionierte Beutel halbautomatisch ab, können damit auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen, eine grosse Auswahl anbieten und bieten zudem Arbeitsplätze, drei zB. in unserem Kaffeepackraum. Auch das geht. Geld allein macht nicht unglücklich...
Kürzlich hatte ich als „Wertkonservativer“ ein kleines Erfolgserlebnis. Ich musste mein Auto auf dem Strassenverkehrsamt vorführen. Alles schien in Ordnung. Da nahm der Experte den Ausweis und verschwand im Büro, bediente den Computer und erklärte mir, dass es einen Fehler gebe mit der 1. Inverkehrssetzung 2.98, der Wagen könne nicht so alt sein. Ich hatte grösste Mühe, ihm beizubringen, dass es sich tatsächlich um einer 98er handelt, der Besitzer aber ein „extremer Wagenpfleger“ sei, der Autos gut und gerne während vielen Jahren hegt und pflegt.
Sorg hebe und gsund wachse, meint
Ihr Kleinunternehmer & Einzelkämpfer
Hubi Oetterli & Team


