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Kundeninfo vom Juni 2005

Liebe Geschäftsfreunde

Kürzlich besuchte ich unsere Kunden in Bern und mein Weg führte auch am Bundeshaus vorbei. Dort wird der Westteil saniert, Umbaukosten Fr. 23.5 Mio. Unter anderem muss das Dach neu gedeckt werden. Die Ziegel liefert die Creaton AG, eine deutsche Firma, die 2800 m2 Biberschwanzziegel für Fr. 38'000.- angeboten hatte. Die in Rapperswil nahe Bern ansässige Ziegelei Gasser AG (110 Mitarbeiter) hatte eine Offerte über Fr. 118'000.- eingereicht. Natürlich handelt es sich ganz klar um ein Dumping-Angebot aus Deutschland, nach WTO-Regeln hätte dieses gar nicht berücksichtigt werden dürfen, weil es sich hier ganz klar um unlauteren Wettbewerb handelt, es werden nicht einmal die Herstellungskosten gedeckt, aber vielleicht erhält der deutsche Anbieter von irgendwo noch eine Subvention...?

Jetzt erwarten Sie meinen Kommentar, und Sie denken, ich würde die Geschichte mit dem Kaffeeauftrag der Spitäler des Kantons Solothurn noch einmal aufrollen. Das tue ich nicht, werde aber in nächster Zeit noch einmal darauf zurück kommen.

Nein, meine Gedanken sind ganz andere: unter diesem renovierten Dach befindet sich auch die Bundeskanzlei. Dort musste man einer Vizekanzlerin den Rücktritt nahe legen, weil sie mit einem Internet-Projekt (www.ch.ch.) 20 Mio. in den Sand gesetzt hat. (Kt. SO hat nicht mitgemacht, Bravo!) Das Portal hätte als Anwenderseite eingerichtet werden sollen, jetzt dient es halt nur zur Information...nun darf die Vizekanzlerin wählen, ob sie noch zwei Jahre in einem Büro verbringen oder vorzeitig in den Ruhestand treten will. Das Jahressalär von Fr. 240'000.- ist für der Dame auf zwei Jahre so oder so auf sicher!

Wir haben 200 Nationalrätinnen/räte und 46 Ständerätinnen/räte. Die gehen regelmässig in diesem Gebäude ein und aus und sollten ihre Aufsichtspflichten erfüllen. Und kein(e) Einzige® interveniert, sei es für eine korrekte Auftragsvergabe, sei es für Ordnung in der Bundeskanzlei. Vielleicht wirft mir jemand aus diesem „Club“ wieder vor, es sei ein „polemischer Rundumschlag“, aber ich gebe hier meinen Kommentar trotzdem ab: wir leben in einem absoluten skandalösen Staat.

Wenn mein Freund aus Oberbayern bei unserer nächsten Zusammenkunft „unglaubliche Brüsseler Geschichten“ erzählt, dann befinde ich mich also in „bester Gesellschaft“, da können wir wahrlich mithalten.


Herzlichst Ihr Hubi Oetterli, Kleinunternehmer & Einzelkämpfer

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