Kundeninfo vom Juni 2006
Liebe Geschäftsfreunde
Weder Boulevard noch Handelszeitung, weder Comic noch Parteiblatt, nein einfach eine kleine Kundenzeitschrift halten Sie hier in Händen, ein persönlich gestaltetes Bulletin, das den Kontakt zwischen Ihnen und unserem kleinen Familienunternehmen aufrecht erhalten soll.
Jede Nummer löst zahlreiche Echos aus, viele zustimmende Kommentare, Aufmunterungen, ab und zu auch kritische Anmerkungen oder Ergänzungen. Dieses Blättli wird auf jeden Fall gelesen, das macht Freude und ist auch gleichzeitig eine Herausforderung. Niveau halten! Einige haben mich nach der letzten Nummer aufgefordert, „nicht schreiben lassen“ sondern selbst wieder auf der Frontseite zu erscheinen.
Dennoch, das Editorial der letzten Ausgabe fand aufmerksame und teils begeisterte Leser/Innen. Nebst viel Beifall auch eine kritische Reaktion. Ein Kunde ist mit Sibylle Berg nicht einverstanden. Es könnten sich nicht alle Leute teuren Kaffee leisten und seien auf diese Billigware und auf die Stehtischli angewiesen. Dabei vergleicht er Kaffee mit Wein, was absolut angebracht ist. Da gebe es auch billige Angebote, die durchaus schmecken würden, und ganz teure, die oft ihren Preis nicht wert seien. Da stimme ich voll zu. Billig ist nicht immer mit schlecht gleich zu setzen und teuer nicht mit gut.
Aber im Artikel von Sibylle Berg „das gelbe Elend“ geht es um etwas anderes. Ich habe ihn mehrmals gelesen und stimme dem Inhalt immer noch voll zu. Die Globalisierung bringt unsere Kultur doch noch zu Grunde (von der Umwelt ganz zu schweigen). Sie gehen in die Einkaufszone einer Schweizer Stadt. Das kann Luzern sein, oder Lausanne, oder Lugano, es liessen sich noch über 30 weitere Orte aufzählen. Sie finden überall die gleichen Läden, das gleiche Angebot, sei es Food oder Non Food. Dann noch ein paar Spezialgeschäfte. Wenn diese an guter Lage sind, so sind es meist Familienbetriebe, wo der Hauseigentümer, der Patron oder die ganze Familie überdurchschnittlich chrampfen. Und leider gibt es immer weniger Leute, die diesen ganzen Stress und die Verantwortung auf sich nehmen wollen. Da droht ein grosser Verlust für unsere Gesellschaft.
Es gibt aber immer auch „Gegenbewegungen“, den Trend zu authentischen und regionalen Qualitätsprodukten. Wenn ich etwa an Alex Künzle denke, was der mit etwa 60 Lenzen als „spätberufener Jungunternehmer“ mit der Oeufi (11i) Brauerei hier in Solothurn auf die Beine gestellt hat, so darf man die Hoffung nicht aufgeben.
Herzlichst bis zum nächsten Mal Ihr Hubi Oetterli


