Kundeninfo vom Mai 2003
Liebe Geschäftsfreunde
Da bin ich mit meinem Hund unterwegs durchs Quartier, ein Kind skatet auf Inlinerollern an mir vorbei und stürzt. Sofort ein Griff in die Tasche, es zieht das Natel raus, wählt und sagt: Mami i bi umgheit und fängt an zu weinen. Vielleicht ist die Mutter gerade noch im Fitnesscenter oder im Solarium? Schade, dass das Töchterlein noch kein Viewhandy hat, sonst könnte es doch zeigen, wo's weh tut.
Herrliche Zeiten. Ferngesteuerte Elternliebe, ausweinen per Natel, Trost über den Satelliten. Zeitmanagement ist gefragt.
"Nehmt den Frauen das Auto weg!" Diese provokative Forderung hat kürzlich ein Peter Schumacher in einem Leserbrief gestellt. Es ging um die Diskussion, wie man die Dorfläden am Leben erhalten könnte.
Dieser Satz ging mir durch den Kopf, als ich das Kind mit dem Handy am Boden sah.
Am gleichen Abend hörte ich im Radio ein Interview mit einem Suchtberater (Das gibt’s!) Er versuchte zu erklären, weshalb immer mehr Jugendliche kiffen und Alkohol trinken. Von etwa 16jährigen war die Rede. Es geht um Lebensqualität.
Die SWISS will Billigflüge anbieten, damit endlich wieder mehr geflogen wird.
Herr Bundesrat Schmid musste nach Peking, die Regierung hat dort wahrscheinlich militär-strategische Beratung der Eydgenossen nötig. SARS konnte ihn nicht an der Reise hindern. Das Bundesamt für Gesundheit scheint überflüssig zu sein?
Und dann noch "10 vor 10": Frau Calmy-Rey hat eine Idee: die Schweiz sollte in die EU. Herr Deiss will jetzt gerade nicht (mehr), vielleicht bittet man Bonaparte Couchepin um seine Meinung?
Alles Erlebnisse eines einzigen Abends ende April. Mein Laufbahnberater würde mir wohl empfehlen, jetzt mit meinen Randbemerkungen aufzuhören und nicht etwa noch die Geschichte des Berner Polizeidirektors zu bemühen. Ich will ja Kaffee verkaufen...einen Laufbahnberater kann ich mir zum Glück nicht leisten. Bisher ging es recht gut mit dem gesunden Menschenverstand. Aber etwas fiel mir an diesem Abend noch ein: mein Grossvater soll immer wieder gesagt haben: "D'Wält isch es Naarehuus!". Das war vor ziemlich genau 100 Jahren.
Einen inspirierenden Frühling wünscht Ihnen
Hubi Oetterli, der Kleinunternehmer & Einzelkämpfer.


