Kundeninfo Februar 2012
Schöne Ferien?
Die Schweiz hat es in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder geschafft, als Klassenbester in vielen Disziplinen abzuschneiden. Wir tun gut daran, diese Position mit allen Mitteln zu verteidigen; genauso wie es vom Hobby- bis zum Spitzensportler auch alle tun, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Stolz zu sein auf eine gute oder gar hervorragende Leistung ist kein Makel, sofern keine Arroganz oder Schadenfreude aufkommt.
Gute oder sogar Spitzenleistungen können nur mit viel Einsatz und dank der Konzentration aufs Wesentliche erreicht werden. Ablenkung, zu viele Dinge auf einmal wollen oder sich verzetteln, führt unweigerlich zu einer Verschlechterung oder gar zum Absturz in die Niederungen der Unbekanntheit.
Die Erfahrungen aus dem Sport sollten unsere, in diesem Fall, Linken Politiker zum Anlass nehmen, die 6-Wochen- Ferien-für-Alle Initiative sofort zurückzuziehen. Wer als Sportler an die Spitze kommen will, der muss unweigerlich mehr und konzentriert trainieren.
An uns Arbeitgebern ist es, unseren Mitarbeitern Rahmenbedingungen zu schaffen, wo ohne Ablenkung gearbeitet werden kann. Keine dauernde operative Hektik, keine unnötigen E-Mails oder Telefonanrufe, fristgerechte Termine und v. a. keine private „Ablenkung“ durch Facebook, Twitter, Google und alle weiteren sogenannten „sozialen Netzwerke“.
Dazu kommt, dass auch das Privatleben Stress in die Arbeit bringen kann! Termine in der Schule, hunderte von SMS, was machen wir nach dem Feierabend, wo gehen wir am Wochenende „shoppen“, was soll ich anziehen, etc. etc. Und in den Ferien fängt der Stress dann bereits am Flughafen oder auf der Autobahn an.
Unsere Gesellschaft wird „stressilisiert“. Die Lösung liegt aber nicht bei mehr Ferien sondern bei weniger Ablenkung. Nur lässt sich das politisch nicht verkaufen. Unsere Nachbarländer haben uns in den letzten Jahren gezeigt, wie die Produktivität verkleinert und die Arbeitslosigkeit erhöht werden kann. Mit der 35-Stunden-Woche, mit unkündbaren Arbeitsverträgen (die Folge sind keine Festanstellungen mehr) und staatlichen Vorgaben, die für jeden KMU den Todesstoss bedeuten. Und wo stehen diese Länder heute?
Die höheren Lohnkosten bei der Annahme der 6-Wochen Ferien sind ein Problem für kleinere und mittlere Betriebe, mittel und langfristig stellt sich aber die Frage der Wettbewerbsfähigkeit und daraus die Frage des Überlebens gegenüber den aufstrebenden Ländern, wo jeder bereit ist mehr zu leisten, um an die Spitze zu kommen. Gesetzlich verordnete 6 Wochen Ferien, aber keine Arbeitsstelle, kann nicht das Ziel sein; für flexible Lösungen bleibt bereits heute genügend Spielraum. Ich hoffe, dass Herr und Frau Schweizer wie Spitzensportler denken.
Herzlichst
Bernhard Mollet


